Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie

Was versteht man unter Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT)

Professor Mervyn Schmucker entwickelte die Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy (IRRT) ursprünglich als schonendes Trauma-Konfrontationsverfahren, vor allem bei Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). In diesem Therapieverfahren werden belastende Bilder und tiefsitzende Blockaden mit imaginativen Mitteln so transformiert, dass eine emotionale Bewältigung der Erlebnisse erfolgen kann. Diese innovative, wissenschaftlich gut erforschte Methode wurde erfolgreich auch auf andere Störungen mit Verarbeitungsblockaden übertragen. Dadurch eröffnen sich bei Anpassungsstörungen, Ängsten, Depressionen und komplizierter Trauer neue Behandlungsmöglichkeiten.

IRRT hilft Menschen, ihre Trauma-Erinnerungen zu überwinden und zu kontrollieren. Die Behandlung kann außerdem helfen, ein gesünderes Selbstbild und vermehrte Kontrolle über das Alltagsleben zu entwickeln und damit im Leben erfolgreich vorwärts zu gehen.

Ziel der Therapie ist es,

  • die physiologische Erregung des Patienten zu reduzieren,
  • Flashbacks, Albträume und das Wiedererinnern und Wiedererleben, sogenannte Intrusionen, aufzulösen,
  • die traumatische Vorstellung durch Bewältigungsstrategien zu ersetzen,
  • destruktive Trauma bezogene Gedanken und Schemata zu modifizieren und
  • die Fähigkeit zum Selbstschutz und zur affektiven Selbstregulation zu steigern. 

    Wie ist die Vorgehensweise in einer IRRT-Sitzung? 

    Man wird zu einem großen Teil mit Imaginationen arbeiten. Das heißt man wird gebeten, sich die traumatischen Bilder, Gedanken und Gefühle bildlich vorzustellen und sie zu durchleben, so wie man diese während eines Flashbacks oder Albtraums erlebt.
    Am Anfang wird man gebeten, sich die gesamte Erinnerung von einer Trauma-Episode bildlich vorzustellen. Dann wird die Episode noch einmal durchgegangen, aber diesmal wird die Imagination schrittweise so verändert und umgeformt, dass es einen besseren Ausgang nimmt, einen Ausgang, der ein Gefühl von mehr Stärke und Kontrolle gibt.
    Das Ziel ist, die Bilder von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein mit Stärke- und Bewältigungsbildern zu ersetzen, so dass man dem Trauma nicht länger als Opfer bzw. Untergebener gegenübersteht, sondern als gestärkte Person auf das Erlebte reagieren kann. Das verändert natürlich nicht das traumatische Ereignis selbst, aber es kann die Bilder, Gedanken, Gefühle und Überzeugungen in Bezug auf das Trauma verändern, also die Bilder, die man von dem Trauma immer noch hat. 

Was versteht man unter einem Trauma?

Traumata werden klassifiziert in Typ I und Typ II:

Typ I umfasst traumatische Erlebnisse, die nur aus einem einmaligen Ereignis bestehen wie z. B. ein Autounfall.

Typ II wird charakterisiert durch wiederholte und länger anhaltende traumatische Ereignisse wie z. B. häusliche Gewalt, körperliche oder seelische Gewalt, sexueller Missbrauch.

 

Diese Methode ist nicht geeignet, wenn noch ein aktuell bestehender enger Täterkontakt besteht, eine diagnostizierte Schizophrenie oder eine Depression mit hoher Suizidalität vorliegt. Problematisch sind auch Patienten, die nur über vage und unklare Traumaerinnerungen verfügen. Diese Methode ist auch nicht vereinbar solange noch gleichzeitiger Alkohol- oder Drogenkonsum besteht.