Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie

Was versteht man unter einer Anpassungsstörung?

 „Anpassungsstörungen“[1]

Nach einer einschneidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen ist der Anpassungsprozess gestört. Es können unterschiedliche affektive Symptome, sowie soziale Beeinträchtigungen beobachtet werden. Die Anpassungsstörung tritt in der Regel innerhalb von einem bis drei Monaten nach Beginn der Belastungssituation auf und dauert selten länger als sechs Monate.

„Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen, wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder sozialer Werte, wie bei Emigration oder nach Flucht, beschädigt haben. Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen, wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen oder verfehlen eines ersehnten Zieles oder auch der Ruhestand. (…)[2]

Dazugehörige Begriffe:

  • Kulturschock
  • Trauerreaktion
  • Hospitalismus bei Kindern

Ursachen für Anpassungsstörungen:

  • Verlust enger Beziehungspersonen
  • Trennung oder Scheidung
  • Verlust eines Lebenspartners oder engen Freundes
  • Gravierende Veränderungen
  • Emigration
  • Flucht
  • Einschneidende Unternehmensveränderungen oder Unternehmensfusionen
  • Arbeitsplatzverlust
  • Einschneidende Veränderungen der Arbeitsverhältnisse
  • Schwierigkeiten im familiären Umfeld
  • Einschneidende Ereignisse in der Familie oder in der Paarbeziehung

Beobachtbare Merkmale einer Anpassungsstörung:

  • Depressive Stimmung
  • Angst
  • Andauernde Besorgnis
  • Eine Mischung aus beiden Symptomen
  • Gefühl der Überforderung
  • Gefühl unmöglich zurechtzukommen, vorauszuplanen oder in der aktuellen Situation weiterzumachen
  • Einschränkung bei der Bewältigung der täglichen Routinearbeiten
  • Beeinträchtigung beruflicher, schulischer und privater Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung der bisherigen sozialen Aktivitäten
  • Rückzug aus dem sozialen Umfeld
  • Unter Umständen auch: sozial destruktives und rücksichtsloses Verhalten

Bei Kindern können auch erneut Symptome, wie

  • Bettnässen
  • Daumenlutschen
  • Babysprache

im Vordergrund stehen.

Die individuelle Lebensgeschichte mit ihren prägenden Ereignissen und die psychische Robustheit einer Person spielen bei dem möglichen Auftreten und bei der Ausprägung der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung bzw. dem belastenden Ereignis nicht entstanden wäre.

Die auftretenden Symptome müssen ernst genommen werden und sollten mit einem Arzt, Psychiater, Psychologen oder Psychotherapeuten besprochen werden. Manchmal hilft auch schon ein vertrauensvolles Gespräch mit einer kompetenten Person, die gemeinsam mit Ihnen die belastenden Ereignisse bespricht und Sie einen bestimmten Zeitraum begleitet.

Hierzu stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

 

[1] Siehe unter F43.2 in der ICD-10-Klassifikation: „Anpassungsstörungen“

[2] Quelle: ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen