Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie

Eine wirksame Kurzzeittherapie: Interpersonelle Psychotherapie

Was ist Interpersonelle Psychotherapie (IPT)?

Bei der Interpersonellen Psychotherapie (IPT) handelt es sich um eine Kurzzeittherapie. Das Verfahren ist speziell auf die Behandlung von Depressionen zugeschnitten. In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass IPT eine wirksame Depressionstherapie ist. Bei der IPT wird davon ausgegangen, dass Depressionen durch verschiedene Faktoren verursacht sein können (z. B. familiäre Veranlagung). Unabhängig von den Ursachen depressiver Erkrankungen sind Ihre Beziehungen zu anderen Menschen und Ihre sozialen Rollen (z. B. als Arbeitnehmer, Mutter usw.) stets davon betroffen. Belastende Ereignisse können zum Auftreten depressiver Symptome führen, und umgekehrt können Depressionen zur Auflösung oder Verschlimmerung zwischenmenschlicher Probleme führen.

Ein Fallbeispiel: Frau F. hat ständige Auseinandersetzungen mit ihrem Ehemann, seit sie gegen seinen Willen eine Nebentätigkeit angenommen hat. Die Streitigkeiten belasten sie sehr. Sie wird immer depressiver. Ihre Depressionen führen dazu, dass sie sich ihren Aufgaben als Mutter, Hausfrau und Berufstätige nicht mehr gewachsen fühlt. Vieles im Haushalt bleibt liegen, und sie gerät deswegen noch häufiger in Streitigkeiten mit ihrem Mann.

Wie läuft die Behandlung mit IPT ab?

Die therapeutischen Gespräche finden in der Regel einmal pro Woche für 50 Minuten statt. Die Therapiedauer zur Behandlung der akuten Episode beträgt meist 12–20 Sitzungen. IPT kann mit oder ohne begleitende Medikation durchgeführt werden.

Worum geht es bei der IPT?

Der Schwerpunkt der Behandlung liegt auf der Bewältigung zwischenmenschlicher Probleme, die mit dem Auftreten Ihrer Depression zusammenhängen. Dabei kann es sich um einen Partnerschaftskonflikt, aber auch um den Verlust einer Bezugsperson oder um eine plötzliche Veränderung in der Lebensführung z. B. durch Mutterschaft oder frühzeitige Berentung handeln. Bei der IPT werden zwei Ziele verfolgt: Linderung der depressiven Symptomatik (z. B. Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit), Bewältigung interpersoneller Schwierigkeiten (z. B. Konflikte mit anderen Menschen, Arbeitsplatzverlust, Tod der Mutter).

Der Therapieprozess ist in drei Phasen aufgeteilt.

Die Anfangsphase, auch Initiale Phase genannt (1. – 3. Sitzung)

In der Anfangsphase wird zunächst abgeklärt, ob es sich bei den Beschwerden um eine Depression handelt. Danach vermittelt der Therapeut Informationen über das Krankheitsbild und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Es wird mit Ihnen zusammen entschieden, ob Sie zusätzlich ein Medikament nehmen sollten. Ihr Therapeut wird mit Ihnen auch besprechen, wie Sie im Moment am besten mit den depressiven Symptomen umgehen sollten.

Als nächstes werden Sie gemeinsam über Ihre wichtigsten Beziehungen sprechen und versuchen, sich auf einen Themenbereich zu einigen, an dem Sie bis zum Ende der Therapie arbeiten werden. Dieser Problembereich soll direkt mit dem Auftreten Ihrer Depression zusammenhängen. Dabei kann es sich z. B. um Einsamkeit und Schwierigkeiten, auf andere zuzugehen, handeln. Die Anfangsphase erstreckt sich ungefähr über die ersten drei bis vier Sitzungen.

Die mittlere Phase (4. – 13. Sitzung)

In der mittleren Behandlungsphase (ca. 5.–15. Sitzung) besprechen Sie Dinge, die etwas mit dem Problembereich zu tun haben, den Sie ausgewählt haben. In diesem Therapieabschnitt sind hauptsächlich Sie für das Einbringen von Themen verantwortlich. Die depressiven Symptome sollten zu diesem Zeitpunkt zumindest teilweise abgeklungen sein. Es wird an Bewältigungsstrategien und günstigen Verhaltensmöglichkeiten gearbeitet. Außerdem wird über Ihre Gefühle gesprochen, die Sie im Zusammenhang mit den interpersonellen Problemen erleben.

Die Beendigungsphase (14. -16. Sitzung)

In den ungefähr letzten drei Sitzungen wird der Abschluss der Behandlung besprochen. Abschiednehmen fällt normalerweise allen Menschen schwer. Deswegen sollen Sie in den letzten Treffen mit Ihrem Therapeuten darüber sprechen, was es für Sie bedeutet, die Behandlung abzuschließen. Ihre Fortschritte werden zusammengefasst, und es wird überlegt, was für die Zukunft zu erwarten ist. Dazu gehört unter anderem, wie Sie erkennen und was Sie tun können, wenn wieder eine depressive Phase im Anflug ist. Ihr Therapeut ist während der gesamten Therapie unterstützend und aufbauend. Er hat Erfahrung in der Behandlung von depressiven Erkrankungen und hilft Ihnen dabei, möglichst schnell aus der Depression herauszukommen.

IPT ist nicht die einzige wirksame Behandlungsform. Es stehen verschiedene Medikamente, andere Psychotherapieverfahren und eine Kombination beider Therapiemethoden zur Verfügung. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, falls Ihnen IPT nicht gleich helfen sollte. Wir als Therapeuten werden alles tun, um die geeignetste Behandlung für Sie zu finden.

IPT ist auch als Gruppentherapie möglich!

 Der Interpersonellen Gruppentherapie (IPT-G) gehen zwei bis drei Einzelgespräche mit Ihrem Therapeuten voraus. Zu einem dieser Gespräche sollte möglichst ein Angehöriger oder eine andere nahestehende Person hinzugezogen werden. Die sich daran anschließende Gruppentherapie besteht aus vier Modulen. Insgesamt sind 15 Gruppensitzungen von 90-minütiger Dauer vorgesehen. Die Gruppentherapie findet ein- bis zweimal wöchentlich statt und ist halb-offen. Das heißt, neue Teilnehmer können jeweils zu Beginn eines Moduls einsteigen. Es ist keine weitere Einzelpsychotherapie zusätzlich zur Gruppe vorgesehen.

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Quelle: UNIVERSITÄTSKLINIKUM FREIBURG, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie