Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie

Was versteht man unter einer akuten Belastungsreaktion?

Akute Belastungsreaktion?[1]

„(…) Eine vorübergehende Störung, die als Reaktion eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt. Die Belastung klingt im Allgemeinen innerhalb von Stunden oder Tagen wieder ab. Die individuelle Anfälligkeit und Sensibilität für unterschiedlich empfundene Belastungssituationen (individuelle Vulnerabilität) und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (coping-Strategien) spielen bei Auftreten und Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von „Betäubung“ mit einer gewissen Bewusstseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein weiteres „sich zurückziehen“ aus der Umweltsituation folgen. Es kann sich aber auch in einem Unruhezustand und einer Überaktivität zeigen. Häufig treten ebenso vegetative Zeichen panischer Angst, wie Herzrasen, Schwitzen und Erröten auf. Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft bereits innerhalb von Stunden zurück. (…)“[2]

Dazugehörige Begriffe:

  • Akute Krisenreaktion
  • Akute Belastungsreaktion
  • Kriegsneurose (combat fatigue)
  • Krisenzustand
  • Psychischer Schock

Beobachtbare Merkmale einer akuten Belastungsreaktion:

  • Rückzug von erwarteten sozialen Interaktionen
  • Einengung der Aufmerksamkeit
  • Offensichtliche Desorientierung
  • Ärger oder verbale Aggression
  • Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit
  • Unangemessene oder sinnlose Überaktivität
  • Unkontrollierte und außergewöhnliche Trauer (je nach den kulturellen Normen)

    Früher hat man ähnliche Störungen auch als akute Krisenreaktion bezeichnet und umgangssprachlich von einem „Nervenschock“ oder einem „Nervenzusammenbruch“ gesprochen. Die auftretenden Symptome müssen ernst genommen werden und sollten mit einem Arzt, Psychiater, Psychologe oder Psychotherapeuten besprochen werden. Manchmal hilft auch schon ein vertrauensvolles Gespräch mit einer kompetenten Person, die gemeinsam mit Ihnen die belastenden Ereignisse bespricht und Sie einen bestimmten Zeitraum begleitet.
    Hierzu stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung! 

 

[1] Siehe unter F43.0 in der ICD-10-Klassifikation: „akute Belastungsreaktion“

[2] Quelle: ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen